Freitag, 30. November 2007

Tag fünfzig

Heute geht es wieder so einigermaßen, Mutter sagt, sie muss sich damit abfinden, dass es an einem Tag gut ist, am nächsten schlecht. Es ist einfach so. Sie ist nun in ihrem Zimmer und guckt Ski, das gefällt ihr sehr. Dann fühlt sie sich fast wohl. Nur Essen kann sie immer noch nicht richtig, es will einfach nichts hinein. Eine Scheibe Brot und dann kann sie schon nicht mehr.

Aber jetzt guckt sie erstmal Skirennen. Das lenkt ab und tut ihr gut.

Donnerstag, 29. November 2007

Tag neunundvierzig

Heute geht es Mutter wieder etwas besser, die Nebenwirkungen der Chemo haben ein wenig nachgelassen. Es ist ein ständiges auf und ab. Und nun bleibt sie doch länger in der Reha, weil es so zu Hause ohne sofortige ärztliche Hilfe wirklich keinen Sinn hat, das hat sie jetzt akzeptiert.

Heute ist wieder Krimitag. Ihr Zimmer gefällt ihr gut, sie liegt im Bett und schaut fern. Ein wenig Ablenkung. Denn die Gedanken an den Krebs kommen ja nun immer wieder. Aber sie kann schon Scherze darüber machen.

Ihren Humor hat sie nicht verloren.

Mittwoch, 28. November 2007

Tag achtundvierzig

Das Warten auf den nächsten Chemotermin ist nicht leicht. Mutter sagt immer wieder, daß jetzt die nächste Chemo los ginge, die ein "härterer Hammer" werden soll. Auch wenn sie noch ein paar Tage Zeit hat, scheint die Wartezeit und die Angst vor schlimmeren Nebenwirkungen viel Kraft zu kosten und der Psyche ziemlich zuzusetzen.

Mein Vater fährt sie jeden zweiten Tag in der Reha besuchen und wir Kinder rufen sie jeden Tag an und reden lange mit ihr. Dann erzählt sie alles was passiert ist bis ins kleinste Detail. Erfahrungen teilen und reden sind jetzt so wichtig. Das Gefühl nicht alleine gelassen zu werden macht ihr Mut. Wir wollen hoffen, daß der reicht für die kommende Chemo.

Dienstag, 27. November 2007

Tag siebenundvierzig

Heute hatte Mutter ihren ersten Schwächeanfall, bedingt durch die Chemo, wie ihr die Ärztin sagte. Aber es geht ihr wieder gut, sie ist in ihrem schönen Zimmer und guckt fern. Und träumt davon, endlich nach Hause zu können, oder aber in das Krankenhaus in Salzwedel, dort hat es ihr viel viel besser gefallen. Aber es läßt sich aushalten, vor allem, wo sie so sehr umsorgt wird. Das tut ihrer Seele gut.

Montag, 26. November 2007

Tag sechsundvierzig

Mutter denkt schon an das Ende der Reha. Am 11.12. soll sie entlassen werden, wenn es ihr denn dann gut geht, dann am 7.12. ist die nächste Chemo. Sie ist aber sehr zuversichtlich, doch das werden wir sehen. Denn wer weiss, was noch alles kommt.

Jedenfalls hört sie sich wirklich irgendwie gut an.

Sonntag, 25. November 2007

Tag fünfundvierzig

Es ist Wochenende und Anwendungspause, aber es werden verschiedene Aktivitäten in der Reha angeboten, wie zum Beispiel Basteln. Aber als professionelle Berufsbastlerin ist das natürlich nicht anspruchsvoll genug für Mutter. Früher hätte sie dort das Ruder übernommen und alle Teilnehmer mit ihrer Kreativität verzaubert. Heute ist ihr das zu viel. Sie möchte eigentlich nur ihre Ruhe haben und sich zurückziehen, so oft es geht. Doch das geht nicht immer. Zum Glück, denn sich verkriechen ist bei Krebs keine gute Idee, hat ihr der Arzt gesagt, auch wenn man sich oft danach fühlt.

Samstag, 24. November 2007

Tag vierundvierzig

Heute hat die Schwester zu Mutter gesagt, sie habe den Krebs wohl angenommen. Ja, meinte sie, das stimmt. Sie hat ihn angenommen. Nun kann sie kämpfen. Sie hörte sich auch richtig gut an, irgendwie. Nun wirklich nicht fröhlich und glücklich, aber gut. Die Reha tut ihr doch gut. Sie sagt es selber. So sehr sie auch Anfangs gehadert hat, jetzt geht es ihr dort gut.

Das Essen ist abwechslungsreich und auf Krebspatienten abgestellt. Kein Schweinefleisch als Beispiel. Viel Gemüse. Viel Obst. Mutter gefällt es. Die Ernährungsberaterin gibt sich mit ihr solche Mühe, stellt ihr immer was zusammen. So liebevoll. "Ich werde hier richtiggehend verwöhnt!" sagte sie mir eben am Telefon.

Wie schön. Mutter, das hast Du auch verdient!!

Freitag, 23. November 2007

Tag dreiundvierzig

Mutter geht es zunehmend besser, sie fühlt sich wohl in ihrem Zimmer dort. Es ist ihr zwar alles zu viel Hektik und zu viel Stress und ständig diese Anwendungen, eine nach der anderen und man weiß gar nicht, wie man das alles unter einen Hut kriegen soll. Aber es tut ihr doch irgendwo gut.

Und die Schlacht am kalten Buffet, die lässt sich auch langsam ertragen.

Donnerstag, 22. November 2007

Tag zweiundvierzig

Mutter sagte heute, sie sei endlich psychisch besser drauf. Endlich. Als habe man sie aus einem Loch befreit. Vieles da in der Reha gefalle ihr nicht, aber sie müsse es ja mitmachen, sonst kriege die Krankenkasse Bescheid und abbrechen könne sie das auch nicht und irgendwie sei das alles nix für sie aber es gehe ihr trotzdem besser.

Sogar das Essen schmeckt.

Mittwoch, 21. November 2007

Tag einundvierzig

Es geht Mutter etwas besser, sie hat die doppelte Dosis von einem Medikament bekommen, was ihr den Schwindel nimmt, und sie hat sich ein wenig mit den Umständen dort versöhnt. Aber die Schlacht am Buffet, die dort jeden Tag dreimal statt findet, die findet sie so gräßlich wie zuvor.

Ihr gefällt das alles nicht. Dort gefällt es ihr nicht. Das Krankenhaus war schöner. Viel schöner. Wenn, dann möchte sie lieber ins Krankenhaus.

Diese Reha jedenfalls ist nicht ihr Ding.

Dienstag, 20. November 2007

Tag vierzig

Mutter ist in der Reha. Sie ist unglücklich. Es gefällt ihr gar nicht. So viele Menschen, und am Buffet schlagen sie sich ums Essen. Das ist nicht das, was sie sich vorgestellt hat. Am Tisch sitzt sie mit drei alten Frauen, die nur über Krankheiten reden.

Sie will dort weg. Eigentlich will sie dort nur weg.

Montag, 19. November 2007

Tag neununddreißig

Mutter geht es etwas besser. Sie hat immer noch Knochenschmerzen, aber es läßt sich aushalten. Sie ist auch nicht mehr so schlecht drauf, gestern war sie ja in einem tiefen dunklen Loch. Heute nicht mehr so.

Morgen geht es in die chemobegleitende Reha. Sie ist guter Dinge, hat schon die Koffer und Taschen gepackt, ihre wunderschöne Perücke kommt natürlich auch mit. Und eine Badekappe hat sie sich gekauft, weil dort ein Schwimmbad ist. Sie geht doch so gerne Schwimmen.

Ach und ihr Blut wurde untersucht, sie musste extra ins Krankenhaus. Die Leukozyten oder wie die Dinger heißen sind in Ordnung. Das muss jeden Tag kontrolliert werden.

Es ist schon viel, sehr viel, was sie jetzt alles auszuhalten hat.

Sonntag, 18. November 2007

Tag achtunddreißig

Mutter geht es sehr schlecht. Übel ist ihr immer noch nicht, aber sie fühlt sich elend wie noch nie in ihrem Leben. Kann nichts mehr essen, nur noch liegen, mag nicht Fernseh gucken, nicht lesen, nix, einfach nur liegen. Der Körper schmerzt, der Kopf dröhnt. Sie will nicht in die Reha, sie will nirgendwo hin. Sie will ihre Ruhe haben, aber die hat sie nicht.

Da ist der Krebs, der ihr die Ruhe nimmt.

Samstag, 17. November 2007

Tag siebenunddreißig

Die erste Nacht hat Mutter ohne Nebenwirkungen überstanden. Heute Morgen fingen dann aber die Knochenschmerzen an, wogegen sie aber Schmerztabletten bekommen hat. Sie mußte aber nicht brechen, keine Übelkeit, nur Rückenschmerzen. Auch ist ihr noch kein Haarbüschel ausgefallen. Das sei ein gutes Zeichen hätten die Ärzte gesagt.

Jetzt packt sie schon mal die Koffer für die Reha Klinik. In drei Tagen geht es dorthin und dort bekommt sie erst die nächste Chemo. Manchmal zeigt sie wieder etwas Kraft zum Kämpfen, wir wünschen es ihr so sehr.

Freitag, 16. November 2007

Tag sechsunddreißig

Heute war Mutters erste Chemobehandlung, ambulant. Noch hat sie keine Nebenwirkungen, die können aber schon bald kommen. Das Wichtigste ist aber erst einmal, daß sie ziemlich guter Dinge ist. Mutter war erleichtert, daß die Behandlung in einem gemütlichen Raum stattfindet auf bequemen Sesseln mit Fußstützen, Fernseher und genug Zeitschriften zum Lesen. Sie fühlte sich sehr nett umsorgt und den Umständen entsprechend gut. Hoffentlich werden die Nebenwirkungen nicht so schlimm, zumindest beim ersten Mal. Jede Komplikation zieht sie leider sehr runter. Wenn aber alles klappt, dann fühlt sie sich so viel besser. Also wieder Daumen drücken und beten.

Donnerstag, 15. November 2007

Tag fünfunddreißig

Mutter war im Perrückenladen, um sich schon mal ein schönes Model anfertigen zu lassen. Sie war erstaunt wie toll diese doch aussehen und wie praktisch die heutzutage sind. Sie will vorbereitet sein. So gut es eben geht. Auch wenn sie sich zumindest über dieses Thema ziemlich gefasst anhört, es bleibt ein auf und ab, seelisch wie körperlich. Die Chemo fängt möglicherweise schon heute an, ansonsten morgen. Dann muss man abwarten, wie Mutter die verträgt.

Mittwoch, 14. November 2007

Tag vierunddreißig

Mutter ist leider wieder sehr niedergeschlagen. Eigentlich war alles ganz ok. Sie war mit meiner Schwester in der Bestrahlungsklinik zur Vorbesprechung. Nach der Chemo kommt die Bestrahlung. Dafür muß sie nach dem Reha Aufenthalt 33 Tage hintereinander jeden Tag in diese Klinik fahren. Meine Schwester hat alles für sie aufgeschrieben, den Papierkram für sie erledigt. Danach waren beide sogar noch einen Kaffee trinken.

Doch jede Vorbesprechung birgt auch neue, angstmachende Informationen über mögliche Nebenwirkungen. Zu Hause fing dann das Grübeln wieder an und in der Nacht überkam Mutter wieder das Elend. Alle Behandlungen bedeuten, Mutter muss sich jeden Tag aufraffen und weiter kämpfen. Doch sie zweifelt, daß sie noch die Kraft dazu hat. Ihr Leben lang mußte sie kämpfen. Jetzt mit 70 ist sie müde, erschöpft und würde sich lieber einfach nur in ihren Sessel vor dem Fernseher zurückziehen. Es ist alles so schwer.

Dienstag, 13. November 2007

Tag dreiunddreißig

Mutter muß doch erst am Freitag zur ersten Chemo. Die vielen Termine und Untersuchungen bringen sie meist sehr durcheinander. Heute mußte sie noch mal zu einer weiteren Untersuchung nach Stendal. Da war sie schon einmal und es hat ihr gar nicht gefallen. Sie mußte dort so lange warten bis sie dran kam und die Krankenschwestern seien so unfreundlich zu ihr gewesen. Daraufhin hat sie mit ihrem Arzt gesprochen, der sich wohl auch selbst von den negativen Umständen dort überzeugt hat. Eigentlich hat er ihr danach versprochen, nicht mehr dorthin zu müssen, aber gewisse Untersuchungen kann man eben nur in bestimmten Kliniken machen. Diesmal muß sie aber nicht alleine hingehen, meine Schwester ist ja bei ihr.

Es ist ein schwerer und ermüdender Weg. Aber immerhin gibt es Hoffnung.

Montag, 12. November 2007

Tag zweiunddreißig

Noch drei Tage bis zum Chemotherapiebeginn und man hört meiner Mutter sehr deutlich an, daß sie große Angst davor hat. Natürlich kennt sie die möglichen Nebenwirkungen. Allein das Wenige, was sie darüber weiß, reicht dafür schon aus. Sie denkt anscheinend an nichts anderes mehr. Zum Glück ist meine Schwester bei ihr, damit sie jemanden hat, mit dem sie über ihre Ängste reden kann. Von Vater würde sie nicht die nötige Unterstützung bekommen, damit wäre er völlig überfordert.

Sie hat auch schon eine Perrücke bei der Kankenkasse beantragt. Sie erzählte mir, daß der Sachbearbeiter dort gesagt hätte, man solle das so früh wie möglich machen. Die Angst vor dem, was da noch so alles kommen mag, scheint im Moment die schlimmste Angst zu sein.

Sonntag, 11. November 2007

Tag einunddreißig

Mutter hat zum ersten Mal ihre Krebsschwester angerufen, weil sie immer noch Schmerzen in der Achselhöhle hat, an der Seite, wo der Port eingesetzt wurde. Die konnte sie auch ziemlich schnell wieder aufmuntern. Sie sei so nett und freundlich gewesen. Das tat Muttern richtig gut. Eine Krebsschwester ist eine Beratungs- und Beistandshilfe für die Krebspatientin, die sie jeder Zeit anrufen kann, rund um die Uhr. Ihre Krebsschwester hat ihr dann auch gesagt, daß die Schmerzen nicht ungewöhnlich seien und sie keine Angst deswegen zu haben brauche. Ein kurzes aufmunterndes Gespräch kann so viel ausmachen. Reden ist so wichtig. Das ist auch im Moment das Einzige, was sie tun kann, außer hoffen und beten.

Ausserdem ist meine Schwester ab heute für ein paar Tage bei ihr. Zum Mut machen, einfach nur zusammen sein, und vorallem kann sie unsere Mutter zu ihrer allerersten Chemo begleiten. Hoffentlich gibt ihr das etwas mehr Kraft.

Samstag, 10. November 2007

Tag dreißig

Es ist ein auf und ab. Aber eigentlich geht es Mutter recht gut. Oder sagen wir einigermaßen gut. Immerhin. Nicht ganz schlecht. Morgen fährt meine Schwester hin, dann hat sie ein wenig Ablenkung und Zuwendung. Das braucht sie auch, genauso wie Vater. Denn es ist eine schwere Zeit.

Eine wirklich schwere Zeit.

Freitag, 9. November 2007

Tag neunundzwanzig

Es geht wieder besser. Sie waren im Krankenhaus und nun wird die Chemo erstmal für eine Woche verschoben und beginnt auch mit einer Kanüle im Arm, weil die Stelle um den Port noch zu entzündet ist. Raus muss er nicht, nur die Entzündung muss weg. Und die Aussage stümperhafte Arbeit bezog sich auf den Verband, auf diese Entzündung hätte niemals so ein Verband gedurft, weil dadurch wurde es noch schlimmer.

Jedenfalls muss sie jetzt erst wieder nächsten Donnertag hin und kann sich ausruhen nach all den Strapazen.

Donnerstag, 8. November 2007

Tag achtundzwanzig

Mutter ist am Ende, war vor lauter Schmerzen beim Hausarzt, die Stelle um den Port hat sich entzündet, der Hausarzt sei völlig entsetzt gewesen, so eine stümperhafte Arbeit habe er noch nie gesehen.

Nun wartet sie auf den Anruf aus dem Krankenhaus, wahrscheinlich muss der Port wieder raus.

Mittwoch, 7. November 2007

Tag siebenundzwanzig

Heute war das Knochensowieso, Mutter ist wieder besser drauf. Ich rief sie gestern abend noch mal an, da war sie kämpferisch, sie lässt sich das jetzt nicht mehr gefallen, also solche Schmerzen, nein, nicht mit ihr. Diese Wut hat sie ein wenig gerettet, sie kam heute von der Untersuchung zurück und hörte sich eigentlich richtig gut an.

Nun beginnt die Chemo.

Dienstag, 6. November 2007

Tag sechsundzwanzig

Mutter ist völlig am Ende. Das Einsetzen des Ports war die Hölle, sie hat starke Schmerzen, kann sich kaum bewegen, alles war und ist furchtbar und sie weiß, dass sie da durch muss aber es ist so grausam alles, diese Schmerzen, sie will einfach nicht mehr, sie ist total am Boden zerstört.

Heute Nachmittag Zahnarzt, wieder bewegen, anziehen, Schmerzen aushalten, denn die Schulter schmerzt, morgen in die Röhre, all diese Termine, ihr ist das alles zu viel, ihr ist einfach alles zu viel.

Und die Chemo hat noch gar nicht angefangen.

Montag, 5. November 2007

Tag fünfundzwanzig

Mutter ist den ganzen Tag in der Klinik, kriegt diesen Port gelegt. Vater erledigt Schriftkram für die Versicherung, das Krankenhaus, den Arzt, das Taxiunternehmen, jeder sagt ihm was anders, man schickt ihn von hott nach hüh und er war eben am Telefon recht verzweifelt.

Schriftkram war noch nie sein Ding und nun hängt alles an ihm.

Sonntag, 4. November 2007

Tag vierundzwanzig

Mutter hat sich in ihr Bett zurückgezogen. Hat sich verkrochen. Will nichts mehr hören, nichts mehr sehen. Vor ihr liegt ein so schwerer Weg, ein so hoher Berg, den sie noch besteigen muss. Nächste Woche geht es los.

Sie braucht jetzt alle Kraft zum kämpfen.

Samstag, 3. November 2007

Tag dreiundzwanzig

Mutter ist sehr niedergeschlagen. Der Weg, der vor ihr liegt, sie geht ihn so ungerne. Und lauter Gedanken an Früher kommen hoch. Ob sich das alles gelohnt habe, wofür sie kämpfe, wie es ihr gehen wird, was alles noch zu erwarten ist.

Ich lasse sie reden, texte sie nicht zu mit irgendwelchen guten Ratschlägen, ich höre mir ihre Sorgen an und versuche ihr Hoffnung zu machen. So gut wie es geht.

Sie will nicht in die Reha, sie will zu Hause bleiben. Vater ist verzweifelt, er sähe sie lieber gut aufgehoben in einer Klinik, traut sich das zu Hause nicht zu.

Sie haben es derzeit wahrlich nicht leicht.

Freitag, 2. November 2007

Tag zweiundzwanzig

Mutter ist nun zu Hause. Sie ist sehr niedergeschlagen. Und unendlich müde. Alles ist ihr zu viel, sie möchte sich am liebsten verkriechen. Montag bekommt sie dieses Ding in den Hals hineinoperiert. Dann muss sie noch zum Zahnarzt, weil während der Chemo kann was mit den Zähnen sein, sie wusste nicht mehr was, nur dass Zahnstein weggemacht werden muss und eben alles in Ordnung sein muss.

Sie hört sich so erschöpft an.

Donnerstag, 1. November 2007

Tag einundzwanzig

Nein, nicht heute sondern Montag wird dieses Ding eingepflanzt. Heute war das Gespräch mit dem Chefarzt. Es sieht nicht gut aus. Gar nicht gut. Vater hat mit ihm noch alleine reden können und gesagt, er solle bitte ehrlich sein, wie die Chancen stünden. 50:50 hat er gesagt. Sie muss jetzt in die Reha, dort wird man die Chemo machen. Sollten sich Metastasen in den Knochen befinden, dann wird alles umgeschmissen.

Was soll ich sonst noch sagen. Nichts. Wir hoffen.