Montag, 31. Dezember 2007

Tag einundachtzig

Heute bringt meine Schwester ihre zwei lieben Hunde für ein paar Tage zu den Eltern. Beide sind absolute Schmuser und schlafen am liebsten bei Mutter unter der Decke. Dann hat Mutter viel anhängliche Wärme, das wird ihr gut tun. Muxi, ein Schnautzermischling, weicht ihr dann am liebsten nicht mehr von der Seite und somit hat sie immer jemanden bei sich. Ihre eigenen zwei Hunde sind viel zu groß dafür und machen am liebsten lange Spaziergänge im Wald. Doch da ist Mutter leider schon lange nicht mehr mitgegangen. Und das wird wohl auch noch eine lange Zeit dauern, bis sie das hoffentlich irgendwann wieder einmal kann.

Sonntag, 30. Dezember 2007

Tag achtzig

Heute hatte Mutter Besuch von einer lieben Freundin, die sie etwas aufrichten konnte. Sie bekommt nicht oft Besuch. Aber wenn sie Besuch bekommt von jemanden, den sie sehr mag, dann tut ihr das richtig gut. Sie wohnt aber erst seit fünf Jahren an diesem Ort und hat nicht viele Freunde machen können. Die alten Freunde können nur anrufen, denn die wohnen 6 Autostunden weit weg. Manchmal grübelt Mutter nun auch, ob es eine weise Entscheidung war, im Alter noch an einen ganz anderen Ort zu ziehen, auch wenn der sehr malerisch ist.

Am frühen Abend hat sie dann noch Kartoffelsalat mit Würstchen gemacht und danach war sie ziemlich erschöpft. An einen normalen Tag wie früher ist noch lange nicht zu denken. Hauptsache es geht weiter, irgendwie.

Samstag, 29. Dezember 2007

Tag neunundsiebzig

Mutter geht es nicht so besonders. Sie hat das Gefühl, als ob sie immerzu sehr schlapp sei. Sie hat gar keine Energie und möchte am liebsten immer wieder schlafen. Aber sie zwingt sich aufzustehen, damit sie ein wenig Bewegung hat.

Heute guckt sie Skilaufen im Fernsehen. Mutter schaut sich gerne Sport an, besonders Ski- und Radrennen. Dann kommt sie endlich auf andere Gedanken.

Freitag, 28. Dezember 2007

Tag achtundsiebzig

Mutter ist immer noch so schlapp. Nach jeder kleinsten Arbeit muss sie sich hinlegen und dann schläft sie tief und fest. Auf der einen Seite ist sie froh darüber und auf der anderen Seite deprimiert es sie auch weil sie nicht mehr selber alleine zurecht kommen kann. Auch der Schwindel ist zwischendurch immer mal wieder da. Das seien die Nebenwirkungen von der letzten Chemo und die nächste Behandlung ist auch nicht mehr so lange hin. Hoffentlich wird das nicht schlimmer. Wir hoffen mit Mutter.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Tag siebenundsiebzig

Mutter hat zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein richtiges Essen gekocht. Sie muss nur dazwischen öfter Pausen einlegen, dann geht es schon. Besuch hatte sie auch, von einer Nachbarin. Aber das strengt sie etwas an, denn sie interessiert sich im Moment nicht viel für neue Themen. Ihre Krankheit bestimmt eben auch ihre Gedanken und Interessen. Was sie früher vielleicht interessiert hätte, ist heute gar nicht mehr so wichtig. Themen des Lebens bekommen ein anderes Gewicht. Alles ändert sich. Aber es geht weiter. Schritt für Schritt ein wenig Normalität, das ist schon viel bei so einer Krankheit.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Tag sechsundsiebzig

Mutter ist mit sich ganz zufrieden, sagt sie. Nur ein wenig Knochenschmerzen. Aber sonst geht es. Sie hofft so sehr, dass sie die Krankheit übersteht. Am 2. Januar ist die nächste Chemo, ihr ist nicht mehr bange davor, aber sie weiß doch, es wird wieder hart. Aber sie will kämpfen.

Heute hat sie sogar gekocht und mit Vaters Hilfe die Betten gemacht. Danach war sie aber wieder sehr müde. Sie ist immer sofort müde. Doch damit hat sie sich abgefunden, der Arzt hat gesagt, sie solle nur noch das machen, was ihr gut tut. Das will sie jetzt tun.

Sie braucht viel Kraft für diesen Kampf.

Dienstag, 25. Dezember 2007

Tag fünfundsiebzig

Mutter geht es gar nicht gut, Schwester ist wieder geflogen, sie ist so traurig. Schwester war so eine Hilfe, die fehlt ihr so. Jetzt fallen ihr die Kreuzschmerzen so schwer.

Alles fällt ihr schwer, so schwer. Jetzt will sie nur noch durchhalten.

Montag, 24. Dezember 2007

Tag vierundsiebzig

Mutter hat Knochenschmerzen, diese Spritze, die dafür sorgen soll, dass ihre Leukos wieder wachsen, verursacht nun mal Knochenschmerzen. Es geht ihr deswegen mehr so durchwachsen, sie muss es einfach aushalten. Heute wird Weihnachten gefeiert, meine Schwester kocht. Mutter denkt mit Schrecken daran, wenn Schwester morgen wieder nach Hause fliegt. Sie ist eben doch eine große Hilfe. Aber ich fahre ja am 2. Januar hin und bleibe auch ein paar Tage.

Vater ist oft überfordert, er ist nunmal auch schon 71.

Sonntag, 23. Dezember 2007

Tag dreiundsiebzig

Mutters Blutwerte sind wieder ok, sie fühlt sich auch gut. Im Krankenhaus hat sich der Arzt eine halbe Stunde Zeit für sie genommen und ihr das mit den Leukos erklärt. Jedenfalls ist sie guter Dinge und genießt die Winterlandschaft in Gartow, dort ist alles voller Rauhreif und es sieht wunderbar aus. Auch Schwester genießt es, mal was anderes als Palmen.

Samstag, 22. Dezember 2007

Tag zweiundsiebzig

Blutkontrolle, wie jeden Tag, und wie jeden Tag durch die Winterlandschaft nach Salzwedel, 30 Kilometer, die Leukos viel zu niedrig, also eine Spritze, die irgendwas künstlich macht, wahrscheinlich Leukos, oder was auch immer, jedenfalls geht es Mutter nun gut. Sie waren auf dem Rückweg sogar noch auf einem Weihnachtsmarkt in Lüchow.

Morgen aber wieder Blutkontrolle. Wie gut, dass meine Schwester da ist, wie gut.

Freitag, 21. Dezember 2007

Tag einundsiebzig

Mutter geht es wieder ein wenig besser. So eine Chemo ist halt ein regelmäßiges auf und ab. Aber sie hört sich recht gut an, meine Schwester kümmert sich um alles, schmeißt den Haushalt und Mutter lässt sich ein wenig verwöhnen. Bis zum neuen Jahr hat sie erstmal Ruhe. Dann geht es wieder los.

Sechs Mal, dann hat sie es geschafft. Also diesen Teil. Sie ist zuversichtlich. Wir auch.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Tag siebzig

Mutter geht es so lala. Meine Schwester war heute mit ihr zur Blutuntersuchung. Die Leukos sind auf dem niedrigsten noch akzeptablen Stand. Aber soweit alles normal, wie es eben bei einer Chemo normal genannt wird. Sie ist sehr atemlos. Aber ansonsten geht es ihr recht gut. Den Umständen entsprechend.

Und ohne Haare, sagt meine Schwester, sieht sie gar nicht aus wie ein Monster, sondern wie ihr Bruder unser Onkel Manfred. Aber vielleicht findet sie das ja grad monsterhaft ;-))))

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Tag neunundsechzig

Was ist Mutter froh, dass sie zu Hause ist!! Und dass Schwester da ist. Sie hat kaum noch Nebenwirkungen, nur noch ein wenig schwindelig ist ihr. Es wird von Tag zu Tag besser. Jetzt wird erstmal Weihnachten gefeiert, mit meiner Schwester, die 20 Jahre kein Weihnachten mehr gefeiert hat. Sogar ein Bäumchen gibt es. Das schaue ich mir am 2. Januar an, wenn ich hinfahre.

Dann hat Mutter allerdings ihre dritte Chemo und dann ist erstmal mit der Herrlichkeit vorbei.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Tag achtundsechzig

Mutter ist so froh, endlich wieder zu Hause!! Meine Schwester kocht für sie, Vater ist also auch entlastet, und er ist nicht mehr so alleine zu Hause. Es geht alles seine geordneten Bahnen, was er so sehr braucht.

Am 2. Januar bekommt Mutter die 3. Chemo und ich werde da sein und kann mich um sie kümmern. Im April ist dann chemomäßig alles überstanden.

Und meine Schwester hat sogar weihnachtlich dekoriert, sie ist ja an Heilig Abend noch dort. Das ist wirklich gut, Mutter ist umsorgt, das ist uns allen wichtig.

Montag, 17. Dezember 2007

Tag siebenundsechzig

Heute ist Mutter nur schwindelig, das kommt immer nach den Knochenschmerzen und der Übelkeit. Zuerst schmerzen die Knochen ganz fürchterlich, dann ist ihr übel, aber ohne dass sie brechen müsste. Und dann ist das wie von Geisterhand weg und der Schwindel kommt.

Meine Schwester ist gelandet, morgen holt sie mit Vater unsere Mutter aus der Reha ab. Mutter ist so froh, dass diese Zeit endlich vorbei ist. Sie glaubt, dass sie die Chemo jetzt zu Hause aushalten kann. Denn nun hat sie keine Angst mehr davor, sie weiß, was sie erwartet.

Sonntag, 16. Dezember 2007

Tag sechsundsechzig

Mutter geht es wieder besser, die Nebenwirkungen der Chemo lassen wieder nach und sie ist guter Dinge. Morgen kommt meine Schwester angeflogen, die sie über Weihnachten besucht, Mutter freut sich sehr. Sie fühlt sich von ihrer Familie gut bekümmert und dort gut aufgehoben und das merkt man ihr auch an. Sie wird jeden Tag von uns angerufen, sie kann sich austauschen, alles erzählen und das tut ihr auch sehr gut.

Am Dienstag wird sie entlassen. Jetzt weiß sie, wie die Chemo wirkt und kann es bestimmt auch zu Hause ertragen. Vier Mal hat sie noch vor sich, dann ist diese Etappe auch geschaft. Dann kommt die nächste, Schrittchen für Schrittchen.

Doch erstmal geht es ihr wieder besser.

Samstag, 15. Dezember 2007

Tag fünfundsechzig

Mutter geht es schlecht, Übelkeit, große Übelkeit, und jeder einzelne Knochen tut ihr weh. Aber die Übelkeit überwiegt.

Sie will in Ruhe gelassen werden. Es geht ihr nicht gut. Wirklich nicht .

Freitag, 14. Dezember 2007

Tag vierundsechzig

Mutter geht es entschieden besser, sie verträgt die Chemo recht gut, bis auf die zwei Tage danach, wo sie arge Knochenschmerzen hat. Und sie träumt schon wieder von ihrer Badewanne. Und ihrem Bett. Sie will es schaffen, sie hat sich fest vorgenommen es zu schaffen.

Dienstag kommt sie erstmal nach Hause.

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Tag dreiundsechzig

Langsam, ganz ganz langsam geht es Mutter wieder besser. Sie kennt nun die Nebenwirkungen einer Chemo und weiß, was die nächsten vier Male auf sie zukommt. Essen kann sie nicht, allein der Gedanke an Essen verursacht ihr übelkeit. Und die Knochenschmerzen sind wieder da. Aber sie will kämpfen und durchhalten und den Krebs besiegen.

Jetzt wartet sie, dass diese Nebenwirkungen endlich wieder vorbeigehen. Das bedeutet dann ein paar Tage Ruhe, bis zur nächsten Chemo. Vier Mal noch, dann hat sie diesen Weg erstmal überstanden. Dann folgt der nächste.

Schrittchen für Schrittchen. Und es kommt ihr wirklich manchmal so vor, als seien es winzig kleine Schrittchen.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Tag zweiundsechzig

Heute hat Mutter leider wieder Knochenschmerzen. Und auch Verstopfung. Nebenwirkungen der Chemo. Zwei Tage ging es ihr trotz aller Befürchtungen sehr gut. Nun geht es ihr nicht so besonders, aber sie weiss, es wird vergehen. Doch wenn es ihr nicht so gut geht, hat sie natürlich mehr Angst, dass vielleicht doch nicht alles gut werden wird.

Sie möchte eigentlich einfach nur nach Hause, denn in der Reha gefällt es ihr immer weniger. An den Ärzten und Schwestern liegt es nicht, auch die Einrichtung sei sehr schön, aber sie hatte es sich anders vorgestellt. Sie ist froh, wenn sie endlich entlassen wird.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Tag einundsechzig

Heute hat Vater Geburtstag und war den ganzen Tag bei Mutter und es gab Kuchen und Pralinen und es geht ihr immer noch gut. Die Ärzte sind ganz angetan, dass sie die Chemo so gut verträgt. Sie ist auch sehr froh, denn sie hatte so eine Furcht vor Schmerzen.

Allwahrscheinlich kommt sie am 18. Dezember nach Hause. Auch darüber ist sie sehr froh.

Montag, 10. Dezember 2007

Tag sechzig

Mutter ist richtiggehend fröhlich, sie hat die Chemo so gut vertragen, die Ärztin hat sie über alles gelobt, wie gut sie doch mitmacht bei der Behandlung und dass sie sich keine Sorgen mache, das werde sie schon schaffen, alle sind guten Mutes.

Heute ist wieder ein Krimitag, sie liegt schon im Bett und wird sich nun alles anschauen, was nach Krimi aussieht. Und morgen früh, da geht sie ganz alleine schwimmen. Das Schwimmbad wird extra für sie und nur für alleine geöffnet.

Es geht ihr wirklich besser.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Tag neunundfünfzig

Morgen beginnt nun die zweite Chemo, sie ist recht zuversichtlich, es geht ihr auch ganz gut. Am meisten regt sie sich darüber auf, dass so viele alte Leute dort so hilflos sind. Und die Organisation dort, die läßt ihrer Meinung nach sehr zu wünschen übrig.

Aber es geht ihr nun doch langsam besser. Sie ist wirklich zuversichtlich.

Samstag, 8. Dezember 2007

Tag achtundfünfzig

Mutter geht es wieder gut genug, um die nächste Chemo zu starten. Anfang der Woche bekommt sie also die zweite Behandlung. Das sei wichtig, damit der Abstand nicht zu gross wird, sonst wirkt das nicht. Aber mittlerweile hat sie sich auch mental etwas erholt. Nur ihr schlechtes Aussehen und der kahlgeschorene Kopf jagen ihr noch selber einen Schrecken ein. Ihre Stimme hört sich dennoch recht gut an am Telefon und man kann sich gar nicht vorstellen, dass sie doch so krank ist.

Wenn das ganze nur nicht so lange dauern würde. Bis alle Behandlungen beendet sein werden, wird es fast schon wieder Sommer sein. Ein langer Weg mit Bangen und Hoffen.

Freitag, 7. Dezember 2007

Tag siebenundfünfzig

Mutter scheint sich ein wenig mehr eingelebt zu haben in der Reha. Sie hilft immer den älteren Patienten im Rollstuhl aus dem Fahrstuhl oder an ihre Essenstische. Doch angeblich solle sie das nicht tun, weil wenn etwas dabei passiert, dann könnte sie die Schuld dafür bekommen. Das kann sie nun gar nicht verstehen, weil sie doch so gerne hilft und bei dem Personalmangel auch bei solchen einfachen Dingen helfen könnte. Ausserdem scheint es sie auch aufzubauen, wenn sie sich ein wenig nützlich machen kann. So gibt es immer was zu erzählen und sie kann ihre eigene Krankheit gedanklich etwas in den Hintergrund schieben.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Tag sechsundfünfzig

Mutter ist hundemüde, sie hatte heute viele Anwendungen, sie ist von einer zur anderen gerannt, so kam es ihr vor. Jetzt liegt sie im Bett und ruht sich aus. Aber es geht ihr ein wenig besser. Gestern war sie bei einem Vortrag über die Entstehung von Krebs, der ihr sehr gut gefallen hat. Und heute kamen die "Neuen", es war ein Gewusel und sie hat geholfen. Sie gehört schon fast zum Personal!

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Tag fünfundfünfzig

Heute geht alles wieder ein wenig besser. Die Monstergefühle sind verblasst. Außerdem hat man ihr mitgeteilt, dass sie bis zum 18. Dezember bleiben muss. Tief atmend hat Mutter es akzeptiert.

Heute hat sie den Schwestern einen Kuchen geschenkt, weil sie so lieb waren, als sie fast durchdrehte nach dem Frisörbesuch.

Und jetzt geht sie einen Cappuchino trinken, weil sie keine Lust mehr hat alleine auf dem Zimmer zu sein.

Dienstag, 4. Dezember 2007

Tag vierundfünfzig

Mutter war beim Frisör und hat sich alle Haare, die noch da waren, abrasieren lassen. Und war völlig entsetzt über sich selber und total am Ende und ließ sich kaum noch beruhigen. Sie schluchzte in einer Tour und nun geht es ihr langsam besser.

Und sie sieht so gut aus mit den "neuen" Haaren. Das findet sie ja auch selber, aber als die Haare dann ab waren, da war es dann doch ein Schock.

Montag, 3. Dezember 2007

Tag dreiundfünfzig

Heute ist kein schöner Tag, Mutter geht es nicht gut. Ihre Blutwerte sind im Keller und so wie es aussieht, kann die 2. Chemo erstmal nicht stattfinden. Sie ist niedergeschlagen. Sie will nach Hause. Sie hat massive Kreislaufprobleme. Heute hat sie hyperventiliert und ist umgekippt.

Ihr fällt alles so schwer. Und es ist auch schwer. Furchtbar schwer.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Tag zweiundfünfzig

Mutter hat eine furchtbare Erkältung, sie liegt im Bett und kann nix dagegen tun. Und langsam fallen ihr die Haare aus. Sie trägt schon die schöne Perücke, die sieht so gut aus, dass sie heute Morgen am Frühstückstisch gefragt worden ist, warum sie sich ihre Haare gefärbt hätte!

Doch sonst geht es ihr nicht grad gut. Nächste Woche kommt die zweite Chemo, sie fürchtet sich davor. Und sie fürchtet sich vor der Strahlentherapie. Und sie hofft, dass sie all das durchsteht.

Samstag, 1. Dezember 2007

Tag einundfünfzig

Mutters Handytelefonrechnung ist gekommen und sie ist sehr hoch. Ein paar längere Gespräche mit meiner Schwester im Ausland kosten doch mehr als erwartet. Mit dem zimmertelefon in der Reha und im Krankenhaus kann man nicht ins Ausland anrufen. In der Reha kann man sogar noch nicht mal vom Ausland angerufen werden. Also bleibt nur das Handy. Vielleicht noch billiger als Tickets, aber auf die Dauer zu teuer. Doch die Gespräche mit der Familie sind so wichtig und im Moment das Einzige, was Mutter aufrecht erhält. Besonders, wenn die Familie nicht die Möglichkeit hat, sie regelmäßig zu besuchen. Mutter fühlt sich nähmlich oft so alleine. Kontakt zu anderen Patienten mag sie nicht pflegen. Das ist ihr alles zu viel.

Wenn sie alleine ist hat sie auch mehr Zeit zum Grübeln. Aber Ablenkung wäre viel besser.