Freitag, 29. Februar 2008

Tag einhunderteinundvierzig

Mutter geht es immer noch nicht besser, sie kann kaum was bei sich behalten und will nur in ihrem Bett liegen und möglichst schlafen. Wir hoffen alle, dass diese schreckliche Zeit bald vorbei ist.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Tag einhundertvierzig

Mutter ist erschöpft und müde, sie hat keine Knochenschmerzen mehr, aber es geht ihr dennoch nicht gut. Am wohlsten fühlte sie sich im Bett, sie will am liebsten gar nicht mehr aufstehen, nur liegen und schlafen. Solange sie liegt, geht es ihr gut. Sie hatte so einen Appetit auf Käsekuchen, doch leider hat sie ihn nicht bei sich behalten können. Jetzt möchte sie sich einfach nur legen und schlafen.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Tag einhundertneununddreißig

Mutter geht es erneut schlecht, wieder Knochenschmerzen, wieder Kopfschmerzen, wieder ein elendiges Gefühl.
Sie liegt im Bett und versucht zu schlafen. Wir hoffen, dass es bald vorbei ist. Und dann noch eine Chemo und dann Bestrahlung. Es ist ein harter Weg.

Dienstag, 26. Februar 2008

Tag einhundertachtunddreißig

Mutter geht es wieder besser, sogar ihr Blutbild ist in Ordnung. Sie ist wieder zuversichtlich. Es ist ein auf und ab. Aber so ist es nunmal. Nur noch eine Chemo.

Montag, 25. Februar 2008

Tag einhundertsiebenunddreißig

Mutter geht es gar nicht gut, sie hat Angst, sobald sie alleine ist, wenn Vater mal einkaufen fährt, sie hat starke Knochenschmerzen und ist auch völlig durcheinander. Der einzige Gedanke, der sie aufrecht hält ist, dass es bald vorbei geht. Sie will es nur überstehen. Es soll endlich vorüber gehen.

Sonntag, 24. Februar 2008

Tag einhundertsechsunddreißg

Die Nebenwirkungen der Chemo haben wieder voll zugeschlagen, Mutter hat Knochenschmerzen und weiß nicht wohin mit sich selber. Sie liegt im Bett und leidet und hofft einfach nur, es möge vorüber gehen.

Samstag, 23. Februar 2008

Tag einhundertfünfunddreißig

Mutter geht es noch immer recht gut nach der letzten Chemo, obwohl sie sich heute übergeben mußte. Sie hatte solchen Appetit auf Käsekuchen gehabt, da hat sie sich welchen gekauft. Der kam aber leider schnurstracks wieder hoch. Ihr ist aber zum Glück nicht schlecht, sie ist nur wieder unheimlich schlapp, als ob sie im Steinbruch geschuftet hätte.

Freitag, 22. Februar 2008

Tag einhundertvierunddreißig

Mutter geht es erstaunlich gut, sie ist froh, dass die Nebenwirkungen nicht so schrecklich sind, wie die Ärzte sie als durchaus möglich geschildert haben. Sie war heute sogar einkaufen, hat aber merklich geschwankt, was zwei Männer im Supermarkt zu der Bemerkung veranlasste, so alt und dann Morgens schon betrunken. Mutter hat aber so schlagfertig reagiert, dass die Bedienung hinter der Theke laut lachen musste, sie ist eingeweiht in ihre Krankheit. Das funktioniert also noch bestens!!

Donnerstag, 21. Februar 2008

Tag einhundertdreiunddreißig

Mutters Blutwerte waren wieder in Ordnung, sie hat diese neue Art der Chemo gut vertragen, war schon recht früh aus dem Krankenhaus wieder zu Hause. Es geht ihr Recht gut und sie hofft, dass dies noch lange anhält und die letzte Chemo auch so ist.

Jedenfalls hört sie sich recht gut an und die Ärztinnen heute seien auch sehr zuversichtlich gewesen, das alles macht ihr Hoffnung. Uns uns natürlich auch. Wir hoffen sehr.

Mittwoch, 20. Februar 2008

Tag einhundertzweiunddreißig

Einen Tag vor der Chemo, sie hat furchtbare Kopfschmerzen wegen der Medikamente gegen die Nebenwirkungen. Ach wäre doch alles schon vorbei, sie möchte nur, dass endlich alles vorbei ist.

Dienstag, 19. Februar 2008

Tag einhunderteinunddreißig

Mutter geht es etwas besser. Aber nur etwas. Sie ist so erschöpft, so furchtbar erschöpft. Jetzt geht sie einkaufen, sie freut sich, dass sie es wieder kann.

Montag, 18. Februar 2008

Tag einhundertdreißig

Mutter geht es unverändert. Ihr Blut ist etwas besser geworden, wenn es so bleibt, kann am Donnerstag die vierte Chemo folgen. Sie ist sehr erschöpft und niedergeschlagen. Hoffentlich wird die kommende Chemo nicht so furchtbar schlimm.

Sonntag, 17. Februar 2008

Tag einhundertneunundzwanzig

Mutter hörte sich ziemlich gut an heute. Körperlich ist alles unverändert aber man merkt ihr deutlich an, wie schwer ihr diese Krankheit auch seelisch zur Last fällt. Als Rentnerin hat sie nicht viel Abwechslung durch Arbeit oder andere Termine. Aber zumindest war heute ihre Krankheit zum ersten Mal kein Thema am Telefon.

Samstag, 16. Februar 2008

Tag einhundertachtundzwanzig

Mutter geht es gar nicht gut. Sie hat nichts körperliches, es geht ihr einfach nicht gut. Sie schleppt sich durch den Tag und versucht, damit klar zu kommen. Es ist wirklich nicht leicht. Mutter hat es nicht leicht.

Freitag, 15. Februar 2008

Tag einhundertsiebenundzwanzig

Mutter geht es eigentlich ganz gut. Die Chemo ist ja aufgeschoben, so kann sie sich noch weiter erholen. Und die vielen Tabletten, die sie nehmen soll, die will sie nicht. Sie will so da durch kommen. Ohne die Pillen. Und zur Blutuntersuchung heute will sie auch nicht.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Tag einhundertsechsundzwanzig

Die Chemo musste verschoben werden, das Blutbild ist zu schlecht. Jetzt findet sie erst nächsten Donnerstag statt, so das Blut wieder besser ist. Mutter ist das gar nicht unrecht, so hat sie noch eine weitere Verschnaufpause. Denn heute kommt Ski und sie guckt doch so gerne Wintersport.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Tag einhundertfünfundzwanzig

Mutter ist unendlich müde, sie schafft fast gar nichts mehr, das macht ihr schwer zu schaffen, damit mag sie sich nicht abfinden. Die Schwestern im Krankenhaus, bei der Blutkontrolle, trösten sie immer. Das ginge fast allen so. Aber sie hadert dennoch damit. Morgen die vierte Chemo, heute abend muss sie schon Medikamente gegen die Nebenwirkungen nehmen. Hätte sie diese Chemo doch nur schon hinter sich!

Dienstag, 12. Februar 2008

Tag einhundertvierundzwanzig

Mutter geht es eigentlich recht gut. Die Chemo ist um einen Tag verschoben, so kann sie sich noch etwas ausruhen.

Montag, 11. Februar 2008

Tag einhundertdreiundzwanzig

Heute Morgen ging es Mutter noch immer nicht gut, aber das legte sich gegen Mittag und am Nachmittag war sie sogar mit Vater und den Hunden in der Heide spazieren.

Es ist alles mehr oder weniger ein Auf und Ab. Mutter kämpft tapfer. Mittwoch geht es weiter.

Sonntag, 10. Februar 2008

Tag einhundertzweiundzwanzig

Heute geht es wieder schlechter, Mutter ist traurig, gestern war sie doch so gut drauf und nun das. Es ist ein ständiges auf und ab. Sie fühlt sich durcheinander, kriegt schlecht Luft, ist ständig müde. Und nun noch die nächste Chemo. Aber Mutter will es schaffen.

Samstag, 9. Februar 2008

Tag einhunderteinundzwanzig

Mutter ist glücklich. Wirklich. Sie war heute sogar alleine einkaufen, am Morgen, ohne Vater, ganz langsam, hat alles gefunden, ihr ging es gut dabei. Und nun ist sie glücklich. Es geht alles noch. Zweimal diese entsetzliche Chemo noch überstehen, dann kann sie so viel einkaufen, wie sie will.

Daran hält sie sich jetzt fest. Das macht sie richtig glücklich.

Freitag, 8. Februar 2008

Tag einhundertzwanzig

Was sind wir froh!! Mutter geht es wieder besser!! Noch zweimal Chemo und sie hat diesen Teil der Behandlung überstanden. Dann folgt die Bestrahlung. Heute im Wartezimmer, sie war zur Blutkontrolle, haben ihr die anderen Patientinnen gesagt, als sie sie Anfang der Woche gesehen hätten, hätten sie keinen Pfifferling mehr auf sie gegeben, so erbärmlich habe sie ausgesehen, heute sei sie ja wieder wie neu!!

Was sind wir alle froh!!

Donnerstag, 7. Februar 2008

Tag einhundertneunzehn

Heute ist Mutter zum Glück ziemlich zufrieden mit sich. Ihr war nicht schwindelig und sie konnte klar gucken. Sie hat es morgens noch langsamer angehen lassen und sich fast nur Ruhe gegönnt. Beim Essenmachen setzt sie sich hin und versucht eben alle kleinsten Anstrengungen zu vermeiden. Wenn es so besser geht, dann freuen wir uns mit ihr. Aber sie hat eine Heidenangst vor der nächsten Chemo in einer Woche.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Tag einhundertachtzehn

Nein, Mutter geht es gar nicht gut. Die Nebenwirkungen sind so schrecklich und sie leidet sehr darunter. Nasenbluten, Durchfall, ständig muss sie auf die Toilette, alles fällt ihr schwer. Es geht ihr wirklich nicht gut. Wenn doch schon alles vorbei wäre.

Dienstag, 5. Februar 2008

Tag einhundertsiebzehn

Mutter hatte heute Morgen ganz furchtbares Nasenbluten gehabt, es hörte nicht auf und so sind sie ins Krankenhaus gefahren. Dort bekam Mutter schlimme Gleichgewichtsstörungen, sah alles schief und musste sich legen.

Nun ist sie wieder zu Hause, fühlt sich ein wenig besser. Und sie hat festgestellt, dass ihre Haut metallisch riecht. Das sei aber normal, hat man ihr gesagt. Doch Mutter kann sich nicht mehr riechen.

Sie hofft nur, dass es bald vorbei ist.

Montag, 4. Februar 2008

Tag einhundertsechzehn

Mutter ist erschöpft, müde, aber es geht ihr langsam langsam etwas besser. Diese Knochenschmerzen sind so entsetzlich, sie muss so viele Medikamente nehmen. Aber wenigstens kann sie jetzt Nachts ohne Schmerzen schlafen. Die nächsten beiden Chemos sollen noch etwas heftiger sein, man hat die Zusammensetzung geändert. Sie wünschte, das läge alles schon hinter ihr.

Sonntag, 3. Februar 2008

Tag einhundertfünfzehn

Wenn Mutter denkt, es ginge ihr besser und sie hoffnungsvoll aufsteht, um nur wenige alltägliche Dinge zu erledigen, dann ist sie leider nach kürzester Zeit schon wieder total daneben und erschöpft. Erst wenn sie sich ausgeruht und geschlafen hat, dann geht es ihr wieder etwas besser. Doch trotz der starken Einschränkungen ist sie heute guter Dinge. Post von lieben Bekannten tut ihr besonders gut, dann hört sie sich gleich viel besser an. Und so geht es weiter, Schrittchen für Schrittchen.

Samstag, 2. Februar 2008

Tag einhundertvierzehn

Heute sind die Enkelkinder wieder abgefahren. Mutter hat den Abschied ziemlich gut überstanden. Sie hat die meiste Zeit geschlafen. Die Nachbarin hat nach ihr geschaut, während Vater die Kinder zum Flughafen gebracht hat. Aber Mutter fühlt sich leider immer noch nicht besser. Sie kann im Moment auch nicht kochen oder wenigstens Kleinigkeiten im Haushalt erledigen. Am liebsten liegt sie nur im Bett. Es geht halt nicht anders.

Freitag, 1. Februar 2008

Tag einhundertdreizehn

Mutter fühlt sich als ob ihr Körper nicht zu ihr gehören würde. Sie steht immer neben sich und ist leider auch ziemlich durcheinander. Sie merkt auch wie sie zunehmend an Kraft verliert, aber auch das sei normal hat man ihr heute nochmals im Krankenhaus bei der Blutwertkontrolle gesagt. Sie brauchte auch wieder eine Spritze, um die Blutwerte zu verbessern.

Leider fliegen ihre Enkelkinder morgen wieder nach Hause und das macht sie nochmal so traurig. Wir werden sehen wie es weiter geht. Es gibt keinen anderen Weg für Mutter.