Samstag, 31. Mai 2008

Tag zweihundertdreiunddreißig

Mutter ist mit sich ganz zufrieden. Sie sitzt mit Strohhut unter der Markise und genießt ihren Garten. Einzig die Knochenschmerzen sind ihr ständiger Begleiter, aber das lässt sich noch aushalten.

Freitag, 30. Mai 2008

Tag zweihundertzweiunddreißig

Trotz der starken Verbrennungen ist Mutter recht zufrieden mit sich. Die Schmerzen sind weitgehend ertragbar, auch wenn ihre Haut doch sehr in Mitleidenschaft gezogen ist. Sie ist einfach nur froh, dass ihr Allgemeinzustand viel besser ist und sie wieder mehr unternehmen und erledigen kann, auch wenn nur in kurzen Abständen. Sie muss sich einfach immer wieder ausruhen und kann nicht lange stehen oder laufen. Das wird auch noch eine Weile dauern, denn die Chemotabletten, die sie nun einnehmen muss verursachen halt leider auch Knochenschmerzen. Doch Mutter ist unheimlich tapfer. Sie will sich an alle ärztlichen Anweisungen halten, damit sie wieder gesund wird.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Tag zweihunderteinunddreißig

Mutter geht es soweit ganz gut. Ihr machen die Knochenschmerzen wie erwartet sehr zu schaffen, aber sie kann dennoch aufstehen und ein wenig erledigen, muss sich halt zwischendurch immer wieder hinlegen und ausruhen. Dann geht es. Sie fährt sogar einkaufen. Auch da muss sie sich dann immer wieder auf eine Bank setzen. Aber das lässt sich alles irgendwie aushalten, Hauptsache diese schwere Chemo und die entsetzliche Bestrahlung sind nun vorbei.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Tag zweihundertdreißig

Mutters Haut tut ihr so weh, es kommt das rohe Fleisch durch. Und die Haut, die abgeht, ist ganz schwarz. Und die Knochenschmerzen machen ihr zu schaffen, die durch die Tabletten kommen. Aber das muss sein, damit die letzten befallenen Lymphe endlich abgetötet werden.

Dienstag, 27. Mai 2008

Tag zweihundertneunundzwanzig

Mutter ist völlig genervt und gereizt, die verbrannte Haut tut ihr weh, ist teilweise aufgeplatzt, sie hat Angst vor den Nebenwirkungen der neuen Tabletten. Sie ist heute sehr ungeduldig und möchte am liebsten auf der Stelle alles los werden. Wenn es doch nur so einfach wäre. Aber gut schlafen kann sie, was für ein Glück!

Montag, 26. Mai 2008

Tag zweihundertachtundzwanzig

Jetzt ist es klar, 6 Lymphe sind noch befallen, dafür bekommt sie nun wahnsinnig teure Tabletten. Aber ansonsten ist alles gut verlaufen. Sie hört sich auch wieder richtig gut an! Es ist alles ein Auf und Ab und Mutter ist oft durcheinander. Aber das ist ja auch verständlich.

Sonntag, 25. Mai 2008

Tag zweihundertsiebenundzwanzig

Mutter geht es soweit gut, es ist gar nicht klar, ob sie wirklich Metastasen hat, sie war so durcheinander, die Ärztin hat gar nix von Metastasen gesagt, nur dass etwas noch befallen sei. Morgen weiß Mutter mehr, sie ist wirklich durch den Wind.

Und ihre Haut leidet, ist jetzt gerissen, es tut ihr höllisch weh. Und sie ist übersäht mit Leberflecken, das kommt von der Bestrahlung. Die Ärztin sagte, es werden noch mehr werden.

Jetzt wartet sie voller Angst auf Morgen, was denn nun wirklich ist.

Samstag, 24. Mai 2008

Tag zweihundertsechsundzwanzig

Mutter ist niedergeschlagen. Man hat bei der Abschlussuntersuchung in der Strahlenklinik etwas gefunden, was auf eine Metastase hindeuten könnte. Genaues muss aber nun ihr Arzt im Krankenhaus heraus finden. Morgen früh ruft die Brustschwester an und sagt ihr, wann sie kommen kann. Vielleicht sogar dann sofort. Sie hat natürlich jetzt lauter dunkle Gedanken und befürchtet das Schlimmste. Eventuell muss noch mal ein Chemo gemacht werden, ihr graut davor.

Freitag, 23. Mai 2008

Tag zweihundertfünfundzwanzig

Noch einmal, dann hat Mutter die Bestrahlung überstanden! Dann kann sich ihre Haut erholen und langsam wieder heile werden. Das alles hat sie doch mehr geschlaucht, als sie gedacht hat. Als wir alle gedacht haben. Einmal noch, dann ist auch das vorüber.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Tag zweihundertvierundzwanzig

Mutter fühlt sich sehr aufgeräumt, auch wenn sie darunter leidet, dass ihre Haut verbrannt ist. Zwei Mal noch Bestrahlung, dann ist auch das vorbei. Dann folgt eine Abschlussbesprechung bei dem Professor der Strahlenklinik, dann hat sie ein paar Tage Ruhe und dann kommen die ganzen Untersuchungen, ob und was es gebracht hat.

Wir hoffen das Beste für sie!!

Mittwoch, 21. Mai 2008

Tag zweihundertdreiundzwanzig

Heute geht es Mutter nicht ganz so gut, das zehrt doch alles an den Nerven, aber sie freut sich auf das Wochenende, denn dann ist alles vorbei. Ihre Haut ist arg verbrannt, doch jetzt werden nur noch die Narben bestrahlt. Ab Sonntag hat sie erstmal ein wenig Ruhe. Und schon ein schweres Stück Weg hinter sich.

Dienstag, 20. Mai 2008

Tag zweihundertzweiundzwanzig

Heute ist Mutter ganz umsonst in die Strahlenklinik gefahren, der Apparat war kaputt und sie wusste von nichts. Aber sie hat sich doch irgendwie gefreut, einfach mal nicht bestrahlt werden. Das ist wie ein krank gewordener Zahnarzt ;-)

Montag, 19. Mai 2008

Tag zweihunderteinundzwanzig

Die Bestrahlung der Lymphbahnen wurde ausgesetzt, weil die Haut doch zu sehr angegriffen ist. Jetzt wird die OP-Narbe bestrahlt, doch am Freitag ist erstmal Schluss mit allem, dann kommen die Untersuchungen. Es ist wirklich ein beschwerlicher Weg. Aber Mutter hält tapfer durch!

Sonntag, 18. Mai 2008

Tag zweihundertzwanzig

Heute kann Mutter schon wieder lachen, trotz ihrer Verbrennungsschmerzen. Sie cremt sich ständig ein und trägt den Puder auf, damit sie etwas Erleichterung hat. Sie probiert noch alle möglichen Hausmittelchen, wie z.B. kalte Umschläge, aber das hilft alles nicht so viel. Ihre Haut hat sich sehr vedunkelt und ist verschrumpelt an der Stelle, wo sie bestrahlt wird. Aber jetzt hat sie nur noch 5 Tage vor sich. Wir hoffen, dass sie dann alle Behandlungen überstanden hat. Das wird sich aber erst in der Woche danach herausstellen, wenn sie wieder gründlich untersucht wird. Wir hoffen das Beste für sie.

Samstag, 17. Mai 2008

Tag zweihundertneunzehn

Leider geht es Mutter nicht sehr gut. Ihre Verbrennungen schmerzen jetzt immer mehr. Sie hat einen neuen Puder verschrieben bekommen, der Linderung bringt. Der hilft zwar, aber trotzdem hat sie noch ziemlich dolle Schmerzen. Sie mag eigentlich nicht so gerne Schmerztabletten nehmen, aber sonst könnte sie es nicht aushalten.

Das Wetter ist leider auch nicht mehr so gut wie letzte Woche und das macht sie halt auch etwas betrübt. Aber zumindest geht es jetzt mit dem Essen besser, ganz langsam kommt der Appetit wieder und sie behält das Essen auch drinne. Wir freuen uns über jeden noch so kleinen Fortschritt.

Freitag, 16. Mai 2008

Tag zweihundertachtzehn

Mutters Haut wird immer verbrannter, sie leidet jetzt wirklich sehr, es wird von Tag zu Tag schlimmer. Nächste Woche ist die Bestahlung vorbei, hoffentlich kann ihre Haut das noch aushalten. Sie ist sehr niedergeschlagen, denn sie hatte gehofft, dass ihr das erspart bleibt.

Donnerstag, 15. Mai 2008

Tag zweihundertsiebzehn

Mutter geht es soweit wirklich gut, nur die verbrannte Haut, die macht ihr sehr zu schaffen. Es sind aber nur noch 6 Tage, die sie durchhalten muss.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Tag zweihundertsechzehn

Mutter geht es heute richtig gut. Die Bestrahlung ist nicht leicht, ihre Haut leidet sehr, aber die Dosis kann nicht niedriger gestellt werden, weil sonst die befallenen Lymphe nicht abgetötet werden. Sie hat etwas mehr als die Hälfte schon hinter sich, den Rest schafft sie auch noch.

Und sie hat neue Bäume für den Garten gekauft. Vater hat sie gepflanzt, selber kann sie das im Moment nun wirklich nicht. Aber das war ihr wichtig, neue Bäume.

Dienstag, 13. Mai 2008

Tag zweihundertfünfzehn

Mutters Bestrahlung war heute erst am sehr späten Nachmittag, anstatt am Morgen wie üblich. Ältere Menschen haben es ja im Allgemeinen schwerer, wenn sie aus ihrer Routine herausgerissen werden. Aber in diesem Fall passte das ganz gut, damit Mutter noch in Ruhe mit meiner Schwester frühstücken konnte, bevor sie wieder nach Hause musste.

Obwohl Mutters Allgemeinzustand sich von Tag zu Tag ein wenig bessert, schwankt sie ab und an nochmal ganz plötzlich, wenn sie länger steht oder geht, wie z. B. im Supermarkt beim Einkaufen. Aber die Ärzte haben ihr gesagt, auch das ginge nach einer gewissen Zeit wieder vorbei. Dazu kommen leider auch noch die Nebenwirkungen der Bestrahlungen, aber die sind zu ertragen, meint Mutter, auch wenn die rote Haut nicht sehr angenehm ist.

Montag, 12. Mai 2008

Tag zweihundertvierzehn

Heute hatte Mutter noch einen Tag ohne Bestrahlung, Pfingstmontag, also Feiertag. Meine Schwester ist ja zu Besuch bei ihr und da hat sie dann jemanden, mit dem sie etwas plaudern kann. Leider ist sie doch ziemlich isoliert in dieser ländlichen Gegend. Aber sie geniesst trotzdem die wunderschöne Natur. Jetzt kann sie sie zum Glück wieder geniessen.

Sonntag, 11. Mai 2008

Tag zweihundertdreizehn

Mutter geht es weiterhin einigermassen gut. Die Rötungen ihrer Haut sind allerdings sehr unangenehm, wenn sie sie nicht andauernd eincremen würde. Dann ist es zum Aushalten. Doch zumindest kann sie wieder morgens etwas essen. Das sei auch wichtig, hätte die Ärztin ihr gesagt, damit sie wieder zu Kräften kommt. Heute geniesst sie auch noch das schöne Wochenendwetter, bevor es morgen wieder losgeht mit den Bestrahlungen.

Samstag, 10. Mai 2008

Tag zweihundertzwölf

Es geht weiter bergauf, trotz der unangenehmen Nebenwirkungen der Strahlentherapie. Mutter sagt, ihre Haut, dort wo sie jeden Wochentag Bestrahlungen bekommt, ist ganz rot und verschrumpelt. Mit der Creme, die sie täglich aufträgt, geht es aber ganz gut. Hin und wieder braucht sie zwar eine Schmerztablette für die Rückenschmerzen, dennoch kann sie immer mehr selber erledigen und unternehmen, wie z. B. einkaufen fahren oder ein paar Blumen pflanzen.

Den Schwestern in der Strahlenklinik hat sie gestern zu ihrem Geburtstag Kaffee und Kuchen mitgebracht und ihnen damit eine riesen Freude gemacht. Das geniesst Mutter und freut sich an der Freude der anderen. Wir freuen uns dann alle mit.

Freitag, 9. Mai 2008

Tag zweihundertelf

Heute hat Mutter Geburtstag. Es geht ihr gut. Sie hat wieder etwas Appetit zum Frühstück. Und die Creme, die sie gegen die Verbrennungen der Strahlentherapie bekommen hat, wirkt auch sehr gut. Wir wünschen ihr alles erdenklich Gute und natürlich Gesundheit zum Geburtstag!

Meine Schwester fährt sie ausserdem heute an ihrem Ehrentag besuchen und vielleicht darf sie zur Feier des Tages ja auch mal wieder ein Vollbad nehmen. Dann müssten nur die Markierungen für die täglichen Bestrahlungen wieder neu gemacht werden, aber das wäre trotzdem ein schönes Geburtstagsgeschenk.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Tag zweihundertzehn

Mutters Haut wird immer verbrannter. Die Schwester in der Strahlenklinik meinte, das sei völlig normal. So versucht sie es also einfach auszuhalten. Es ist eben wie es ist.

Schwer.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Tag zweihundertneun

Nun hat es Mutter doch erwischt, die Strahlung hat etwas ihre Haut verbrannt. Das bleibt wohl nicht aus, aber es ist doch unangenehm. Die Strahlung ist heftig. Der Arzt hat bei der OP nicht alle befallenen Lymphe erwischt, darum müssen diese jetzt mit Hilfe der Strahlung abgetötet werden. Und die Bestrahlung geht ja weiter, es wird als erstmal nicht besser, wahrscheinlich sogar schlechter werden.

Dienstag, 6. Mai 2008

Tag zweihundertacht

Mutter geht es unverändert gut, das strahlende Sonnenwetter trägt auch dazu bei, so kann sie die Fahrt zur Strahlenklinik richtig genießen, die Landschaft dort ist so schön.

Nicht mehr lange, dann hat sie das auch geschafft!

Montag, 5. Mai 2008

Tag zweihundertsieben

Mutter ist sehr mit sich zufrieden. Sie war bei der Ärztin und diese habe ihr gesagt, dass sie die Krankheit besiegen könne. Zwar müsse sie in regelmäßigen recht kurzen Abständen immer wieder untersucht werden, aber sie könne die Krankheit überstehen.

Das hat sie sehr froh gemacht. Nun ist sie zuversichtlich und fühlt sich recht wohl.

Sonntag, 4. Mai 2008

Tag zweihundertsechs

Mutter macht schon wieder Pläne für die Zukunft. Ihre älteste Enkeltochter möchte in England studieren und braucht für den Studiumanfang im September nächsten Jahres jemanden, der bei ihr bleibt für einen Monat bis sie volljährig ist, so wollen es die Univorschriften. Vielleicht helfen ihr diese Gedanken, wieder auf die Beine zu kommen und wirklich ganz gesund zu werden. Auch wenn sie das mit 72 dann nicht mehr schaffen sollte. Aber dieser Traum, der alleine ist wichtig. Wer weiss es denn.

Samstag, 3. Mai 2008

Tag zweihundertfünf

Heute geht es Mutter nicht so gut. Sie hat Schmerzen in der Schulter. Und sie kann nicht lange auf sein, muss sich schnell wieder legen, weil sie so erschöpft ist. Auch wenn die Bestrahlung nicht weh tut, sie strengt den Körper doch sehr an und das merkt Mutter jetzt.

Freitag, 2. Mai 2008

Tag zweihundertvier

Mutter geht es immer noch gut, sie genießt ihre Krimis und dass sie wieder ein wenig im Haushalt machen kann. Wir hoffen, dass es so bleibt.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Tag zweihundertdrei

Mutter geht es gut. Sie fühlt sich wohl, guckt Krimi und läßt es sich gut ergehen. Freitag in einer Woche hat sie Geburtstag und den wollen wir feiern!!