Dienstag, 11. Mai 2010

Lebensretterkohl

So hat sich Mutter ihren Geburtstag wohl nicht vorgestellt, mit dem Notarzt ins Krankenhaus gefahren zu werden. Und das, wo sie so durcheinander ist. Es fing mit Blumenkohl an, sie hatte sich so darauf gefreut, ich bereitete ihn ihr zu und sie genoss ihn mit Appetit. Und um 23 Uhr dann lag sie schreiend vor Leibschmerzen im Bett und ich rief die 112 an. Vater informiert, der mit seinen Kumpels weg war, ach das war kein schöner Abend. Sonntag morgen dann, Muttertag und Mutters Geburtstag, erstmal alle ab ins Krankenhaus zu Muttern. Mutter wechselweise gut oder mies drauf. Dann der Arzt, man habe was auf der Lunge festgestellt, besorgter Blick, und "bei der Vorgeschichte Ihrer Mutter..." und wir waren dann alle ziemlich fertig. Die beginnende Demenz, so meinte der Arzt auch noch, sei jedenfalls jetzt das geringste Problem. Mutter hat nicht allzuviel davon verstanden, aber die Sorge um sie waberte durch den Raum und dann fing sie an zu weinen, sie wolle doch noch ein wenig leben.

Im Bauch ist auch was nicht in Ordnung, also heute erstmal ab in die Röhre, dabei stelle sich heraus, das mit der Lunge sei nicht ganz so dramatisch und in den Bauch müssen man hineinschauen, da habe man nichts richtig sehen können.

Licht am Ende des Tunnels? Ich habe meinen Eltern jedenfalls Hoffnung gemacht, vielleicht wird ja auch alles gut und vielleicht war der Blumenkohl ja so eine Art Lebensretterkohl.

Was auch immer wird, viele gemeinsame Jahre werden sie wohl nicht mehr haben. Aber vielleicht noch schöne Jahre.

Wir hoffen es so sehr.

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