Dienstag, 2. November 2010

der Herr Alzheimer

Mutter frisch vom Frisör. Manchmal geht es ihr richtig gut. Und oft eben sehr schlecht. Sie begreift immer mehr, dass sie dement wird, Alzheimher hat, auch wenn sie es so nicht weiß. Sie weint viel, ist oft sehr verzweifelt, begreift ihr Leben nicht mehr und den Alltag sowieso nicht. Sie weigert sich, ihre Tabletten zu nehmen, die doch so wichtig sind. Aber sie will nicht. Auch mit tausend Tricks gelingt es uns nicht, sie dazu zu überreden.

Sie lebt in einer ganz anderen Welt. Erzählt Dinge, die nicht mehr aktuell sind, die nicht mehr stimmen, die aber für sie Realität sind.

In ihrem Kopf sind Dinge, die für sie wahr sind, die für alle anderen aber nicht mehr stimmen. Es ist so schwer. Für sie und für alle anderen.

Kommentare:

Tierfreundmitgefuehl hat gesagt…

es gibt dieses wunderschöne buch"briefe für emily" auf eine wunderschöne weise traut sich ein autor ran, in romanform das thema demenz zu enttabuisieren. ich liebe es. besonders auf den ersten seiten stehen dinge, die man sich verinnerlichen sollte. der mensch verliert sich selbst. liebe famiele, passt auf, dass ihr eure mama nicht verliert. erhaltet die erinnerung an sie, wie sie war aufrecht. viel kraft für euch in dieser zeitganz liebe grüße tanja

Eliane Zimmermann hat gesagt…

ach mensch, wer ist schlimmer dran, ihr, die angehörigen oder deine mutter???? sie lacht so präsent auf dem foto. man glaubt nicht, das sie von diesem geist heimgesucht wird. sie erkennt aber euch doch noch, oder? sonnige insel-grüße eliane