Montag, 7. Februar 2011

Alzheimer brutal

Mutter geht es immer schlechter, sie findet sich im Badezimmer nicht mehr zurecht. Sie weiß nicht mehr, wo sie ist. Sie stellt die Reinigungsmittel in den Badezimmerschrank, meint sie, jedoch verwechselt sie diesen mit der Kloschüssel. Sie verwechselt noch so manches, die Toilette mit der Badewanne, darum will ich aufhören, davon zu berichten, ich will ihre Würde nicht verletzen.

Sie hat sich tapfer gehalten, doch nun kommt der Teil der Erkrankung, wo alle nur noch leiden.

Vater hat die schwerste Last zu tragen, er trägt sie tapfer. Er tut was er kann, aber auch er weiß, dass alles eine Grenze hat.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Mutter in ein Heim muss, weil Vater es nicht mehr tragen kann.

450 Kilometer entfernt kann ich nicht wirklich helfen. 3600 Meilen entfernt meine Schwester auch nicht.

Meine Mutter war Zeit ihres Lebens ein schwieriger Mensch, die Alzheimer Erkrankung hat sie sehr lieb werden lassen. Es hat uns versöhnt mit allem, was sie an Konflikten in unsere Leben getragen hat.

Dies ist nun Dein letzter Gang, Mutter, wir werden Dich begleiten, so gut wir können.

Mütter sterben nicht, gleichen alten Bäumen.
In uns leben sie und in unseren Träumen.
Wie ein Stein den Wasserspiegel bricht,
zieht ihr Leben in dem unsren seine Kreise.
Mütter sterben nicht, Mütter leben fort auf ihre Weise.

Du warst, Du bist unsere Mutter. Und bei all den Konflikten, die wir hatten, werden wir Dich ehren, denn Du bist unsere Mutter. Dein Leben war nicht leicht, so wie das Leben mit Dir nicht leicht war. Aber Du warst, was Du immer sein wirst: unsere Mutter.