Donnerstag, 25. August 2011

guter Tag

Mutter sitzt summend vor dem Fernseher und schaut sich Radrennen an. Heute ist ein guter Tag, es geht ihr besser und sie hat ein wenig Freude. Zwei Tage bin ich noch da und auch wenn sie kein Zeitgefühl mehr hat, versteht sie doch gut, was es für sie heißt. Sie sagt, ich soll mir doch hier eine Arbeit suchen, dann könne ich bei ihr bleiben.

Im Wendland ist es sehr schön, aber es ist eben weit vom Rheinland entfernt. Im Oktober bin ich aber wieder ein paar Tage hier und im Dezember sogar etwas länger. Und meine Schwester kommt vielleicht im November und im Dezember auch. Aber das dauert Mutter alles zu lange, sie ahnt vielleicht unbewusst, dass ihre Zeit knapp wird und auch wir wissen, dass es nicht mehr allzu lange diese Gemeinsamkeit gibt. Sie erkennt uns alle noch, aber wo sie wohnt, das begreift sie schon nicht mehr.

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