Mittwoch, 19. Oktober 2011

es wird immer weniger...

...was Mutter kann, woran sie sich erinnert. Gestern abend wollte sie sich ein Brot schmieren, sie wusste nicht mehr, wie das geht und Vater bemerkte es erst nicht, doch dann hatte sie die ganze Butter auf das Holzbrettchen geschmiert und legte sorgsam die Käsescheiben darauf.

Das war gar nicht mal das Schlimmste, sondern Vaters Reaktion, der seine Verzweifelung mit Wut verpackte über diesen "Irrsinn" und das wiederum brachte Mutter an den Rand. Vater bemerkte seinen "Fehler" augenblicklich, doch da war es zu spät.

Er bekam sie kaum beruhigt und hatte große Mühe, das alles wieder gut zu machen. Ihm ist nun noch einmal klar geworden, wieviel von ihm abhängt und wie viel er ertragen muss. Mutter meinte dann heute zu ihrer Tochter am Telefon, sie wolle diese Pension verlassen, es sei zwar sehr sauber und ordentlich, aber es gefalle ihr nicht mehr. Es seien zu viele Leute da, die ständig was von ihr wollten.

Die Tochter hatte eigentlich geplant, zu ihnen zu fahren und Vater zu entlasten, aber nun muss sie sich um ihre eigene Krebserkrankung kümmern.

Ob Vater bald einmal Hilfe fremde annimmt? Noch weigert er sich beharrlich.

Freitag, 14. Oktober 2011

immer eine schlimme Stunde

Tagsüber ist Mutter oft ganz gut drauf, auch wenn sie viel vergisst und zunehmend Schwierigkeiten damit hat, ihre Tabletten zu schlucken. Aber nun hat sie fast jeden Abend eine schlimme Stunde, ganz plötzlich ist sie völlig aufgeregt, will sofort nach Hause, beschuldigt Vater, ihr das ganze Geld fortgenommen zu haben und heute behauptete sie gar, sie hätte kein Bett mehr. Und das Bett, was man ihr zugeteilt habe, stinke wegen der vielen Menschen, die darin lägen. Dann weint sie fürchterlich, weil alles so schrecklich ist und das dauert ungefähr eine Stunde, dann ist sie wieder wie vorher.

Wie lange kann Vater das noch tragen?

Montag, 10. Oktober 2011

Familienkrebs

Mutter ist immer verwirrter, sie nimmt die Realität kaum noch wahr. Ihre Tochter ist nun auch an Krebs erkrankt, bereits operiert und wieder zu Hause, doch nun fällt einer weg, der sich um Mutter kümmern könnte.

Manchmal ist es sehr traurig.