Mittwoch, 2. November 2011

Mutters Geschichte

Heute habe ich, die Tochter, meiner leseunlustigen Freundin die Geschichte meiner Mutter zum lesen mitgegeben, ich ich gerade schreibe:

Als Mutter fortging
Eine Familie und Alzheimer

so der Arbeitstitel, oder wie sich das nennt. Meine Freundin liest wirklich nicht gerne und ich sah schon an ihrem Gesicht, als ich ihr die ausgedruckten Seiten in die Hand drückte, was sie davon hielt. Sie ist dann nach Hause gefahren und eine Stunde später klingelte das Telefon, sie habe nicht mehr aufhören können zu lesen, weil sie wissen wollte, wie es nun weitergeht... ein schöneres Kompliment kann man jemandem ja gar nicht machen, der eine Geschichte schreibt. Jedenfalls ist mir nun klar, ich werde sie zu Ende schreiben, die Geschichte meiner Mutter, wenn es meine leseunlustige Freundin schon gerne liest, werden es sicherlich noch mehr Menschen gerne lesen und vielleicht wird Alzheimer dann mehr und mehr in der Gesellschaft ankommen. Das hoffe ich. Und es soll ein Andenken an meine Mutter sein, der es immer schlechter geht, die immer weniger Worte hat und immer weniger erkennt.

Letztens fragte sie meine Schwester am Telefon, wass denn die Oma mache. Welche Oma? Na deine Mutter, sagte sie dann. Aber Mama, das bist doch du! Schweigen. Oh, ja, ich hab das verwechselt, das sagt sie dann immer, wenn sie nicht mehr weiter weiß.

Und Vater muss das alles tragen.

1 Kommentar:

Sue hat gesagt…

So wird das Vergessen Deiner Mutter vielleicht anderen Betroffenen ein wenig Hilfe und Verständnis bringen. Sicher für Deine Mutter kein Trost aber so hat es wenigstens ein bisschen einen Sinn und ich finde es sehr schön, dass Du das machst.

lieben gruss
sue