Montag, 7. November 2011

Vergangenheit Abschied Trauer Hoffnung

Mutter wird immer kränker, oder wie soll man das nennen, bei Alzheimer? Ihr Zustand verschlimmert sich von Tag zu Tag und Vater versucht, so gut wie es geht damit klar zu kommen. Sie will immer "nach Hause", weint viel und ist sehr verzweifelt, weil so viele fremde Menschen in ihrem Zimmer sind und immer was von ihr wollen.

Ihre Stoffe (und dies ist ein Hinweis für alle lieben Frauen, die sich hier gemeldet haben und so liebe Vorschläge gemacht haben) sind mittlerweile alle gut untergekommen. Ich danke Euch für Eure Anteilnahme!!

Es tut weh, dass Mutter so langsam verschwindet, dass von der agilen und taffen Frau so gar nichts mehr übrig ist. Dass sie nichts mehr kann, dass diese vielen Stoffe ihr nichts mehr sagen.

Ich bin aber auch froh, dass aus den Stoffen jetzt Taschen für die Drainagebeutel werden und Herzkissen. Und dass aus den Stoffstückchen etwas für ein Kinderhospiz gefertigt wird. Das macht mich und meine Schwester froh, weil das alles so noch einen Sinn hat. Aber daran erkennen wir eben auch, dass es Mutters Leben so nicht mehr gibt, wie es mal war. Es ist ein langer und langsamer Abschied.

Sie hat ihren Krebs überstanden, der jetzt gar kein Thema mehr ist. Jetzt ist nur noch Alzheimer da und belastet sie und Vater sehr. Nun ist ihre Tochter erfolgreich wegen Krebs operiert worden, und es besteht die gute Hoffnung, dass auch das gut ausgehen wird. Vater hatte daran schwer zu knabbern, erst seine Frau, jetzt auch die Tochter und dann schwebt über allem der Alzheimer.

1 Kommentar:

Sue hat gesagt…

Schön dass die Stoffarbeiten noch einen richtig guten Zweck erfüllen.
So ein Abschied in Raten ist entsetzlich schwer. Wenn ein Mensch nicht mehr der ist, der er viele Jahre war, ist das eine Extrembelastung. Leider gibt es noch wenig sinnvolle Hilfen und ich hoffe, dass sich da in den nächsten Jahren ein wenig etwas bewegt.
Ich wünsche allen Beteiligten viel Kraft.
lieben gruss sue