Donnerstag, 29. Dezember 2011

Nerven wie Drahtseile

Mutter steht neben mir am Schreibtisch, sie hat ein Nachthemd an, einen Filzhut und einen leuchtend roten Pullover und redet seit anderthalb Stunden auf mich ein, worum es geht verstehe ich nicht immer, oft geht es um ihre alte Leidenschaft, das Handarbeiten. Sie erklärt mir anhand einiger zusammengesuchter Hosen von mir, meinem Vater und auch ihr, die sie vor mir ausbreitet, welche Farben zusammen passen um gleich im nächsten Satz zu erläutern, was die Frau am Telefon (sie meint offensichtlich die Moderatorin im Fernsehen) alles falsch macht und dann steht sie wieder neben mir und sortiert meine Unterlagen auf dem Schreibtisch, ich kann sie grad noch daran hindern, meine Arztrechnungen wegzuschmeißen, schon ist sie wieder bei den Hosen um kurz danach den Inhalt des Papierkorbs zu sortieren und mich anschließend feste zu drücken, weil ich ihr so viel schenke.

So geht es ohne Unterlass, aber sie ist glücklich, denn sie ist beschäftigt. Und ich beanspruche ein wenig meine Drahtseile. Geht alles ;-))))

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