Donnerstag, 19. Januar 2012

da war Mutter auch so gerne

Vor einigen Jahren wurde Mutter in der Tagesklinik des Altmark-Klinikums in Salzwedel behandelt und es hat ihr so gut gefallen dort. Sie weiß nicht mehr viel davon, weil sie alles so langsam vergisst, was in den letzten Jahren passiert ist. Ihre Kindheit hat sie noch sehr präsent, aber die letzten 10 Jahre so gut wie gar nicht mehr. Doch dass sie da war, das weiß sie noch. Jetzt muss ihre Tochter dahin, auch Chemotherapie, und auch ihr gefällt es wirklich gut da. Wenn schon Chemo, dann da.

Mutter vergisst hier zu Hause immer mehr, sie findet kaum noch den Weg ins Bad, weil sie einfach vergessen hat, wo das ist. Und sie will ständig nach Hause. Wenn man ihr sagt, aber Mutter, du bist doch hier zu Hause, dann sagt sie empört QUATSCH!! doch wo sie genau wohnt, das kann sie dann auch nicht mehr sagen, hier jedenfalls nicht.

Und wenn man nicht aufpasst, was sie tut, dann findet man zum Beispiel Vaters Kuchen in der Kramsschublade. Nichts kann man einfach so liegen lassen, weil sie es "sortiert" und wenn man nicht grad zufällig hinschaut, sortiert sie es sonstwohin.

Wie lange mag das hier zu Hause noch gehen? Vater will sie nicht in ein Heim geben, noch geht es. Noch kann er alles soweit bewerkstelligen, aber letzte Woche ist es das erste Mal passiert, dass wir nicht mitbekamen, dass sie auf Toilette musste. Wir passen schon so auf, aber es kann halt passieren, dass man auch dann mal was nicht mitbekommt. Sie hielt ihren Mittagsschlaf, wir hörten nichts und dachten, sie schlummert friedlich. Leider war dem nicht so. Eigentlich hören wir sie dann oben laufen, aber diesmal eben nicht. Und da sie den Weg ins Bad alleine nicht mehr findet...

...war die Reinigungsaktion hinterher entsprechend aufwändig. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo es nicht mehr funkioniert, wo Vater es nicht mehr tragen kann. Manchmal scheint dies in Siebenmeilenstiefeln herbeizueilen.

Alzheimer verändert alles im Zusammenleben, schlichtweg alles.
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