Dienstag, 8. Januar 2013

kaum noch da

Mutter ist kaum noch da, sie erkennt uns nicht mehr, Vater hatte sie immer noch erkannt, doch auch ihn kann sie nicht mehr einordnen. Sie fühlt noch, dass er zu ihr gehört, das hat uns ja der Medizinprofessor auf der Alzheimer-Veranstaltung erklärt. Das Gefühlszentrum bleibt erhalten. Sie wird auch immer ruhiger, wenn Vater da ist.

Aber sie wird von Tag zu Tag weniger. Bald liegt sie nur noch, gehen kann sie schon lange nicht mehr, sie wird im Rollstuhl hin und hergeschoben. Sie spricht mit niemandem mehr, abgesehen davon, dass sie nicht sprechen kann, aber sie nimmt auch keinen Kontakt mehr auf. Da ist so gut wie nichts mehr.

Alzheimer ist ganz grausam. Für alle. Wenn Mutter doch nur gehen könnte, das viele Liegen ist gar nicht gut für sie und macht alles nur noch schlimmer. Doch der Gedanke, dass Mutter fort geht, ist so schwer. Und er tut so weh.