Dienstag, 8. Januar 2013

kaum noch da

Mutter ist kaum noch da, sie erkennt uns nicht mehr, Vater hatte sie immer noch erkannt, doch auch ihn kann sie nicht mehr einordnen. Sie fühlt noch, dass er zu ihr gehört, das hat uns ja der Medizinprofessor auf der Alzheimer-Veranstaltung erklärt. Das Gefühlszentrum bleibt erhalten. Sie wird auch immer ruhiger, wenn Vater da ist.

Aber sie wird von Tag zu Tag weniger. Bald liegt sie nur noch, gehen kann sie schon lange nicht mehr, sie wird im Rollstuhl hin und hergeschoben. Sie spricht mit niemandem mehr, abgesehen davon, dass sie nicht sprechen kann, aber sie nimmt auch keinen Kontakt mehr auf. Da ist so gut wie nichts mehr.

Alzheimer ist ganz grausam. Für alle. Wenn Mutter doch nur gehen könnte, das viele Liegen ist gar nicht gut für sie und macht alles nur noch schlimmer. Doch der Gedanke, dass Mutter fort geht, ist so schwer. Und er tut so weh.

Kommentare:

Susanne Höffer hat gesagt…

Ich möchte mich an dieser Stelle für diesen Blog und die Inspirationen bedanken. Auch meine Mutter ist bettlägerig und bewegt sich nur noch mit einem Rollator (wir haben ihr das Dachgeschoss ausgebaut und einen Treppenlift eingerichtet). Aber wenn man sieht, wie sich Ihre Mutter mit dieser Seite beschäftigt hat, so berührt mich das sehr. Wir wissen, dass meine Mutter an Altersdemenz leidet und Tage hat, an denen sie uns nicht mehr richtig einordnen kann und wir fürchten uns davor, dass es schlimmer werden könnte...
meine Gedanken sind bei Ihnen
mfg Susanne Höffer

samate hat gesagt…

Liebe Frau Höffer,

herzlichen Dank für Ihre lieben Zeilen. Ich hoffe, dass Ihre Mutter noch lange gut zurecht ist, Demenz ist wirklich schwer und darunter leidet die ganze Familie. Aber es gibt auch immer wieder schöne Tage. Wenn es auch wenige sind.
Liebe Grüße
Gabi Jeske